A project risk is always in a future, it is an uncertain event or condition that, if it occurs, has an effect on at least one project objective. The probability that a risk will occur must be greater than 0% and less than 100%. If it is 100% then that is a fact, not a risk. (by http://www.pmhut.com/)
Es ist leider schon so wie Nenad Trajkovski in seinem einleitenden Artikel über Risikomanagement auf http://www.pmhut.com schreibt: “I have seen a lot of projects, and I’ve met a lot of different Project Managers. Most of them never did risk management in their projects.”
Genau diese Aussage ist auch die Erfahrung welche ich in längerer Vergangenheit selbst gemacht habe: “Risikomanagement? Das kostet doch unnötig Geld und Ressourcen, wir haben doch keine Zeit, ist das nicht ein wenig übergemanaged…“. Teilweise kommt es sogar so weit, dass wenn man Risiken zu Projektbeginn identifiziert und diese vor Projektstart bespricht, man Wörter zu hören bekommt in der Art “Wieso so pessimistisch? Wollen wir das Projekt jetzt nicht machen? Haben wir keine Lust dazu?”. Es geht nicht darum etwas nicht machen zu wollen, sondern eine ehrliche und ernste Betrachtung der IST-Situation durchzuführen um eine möglichst optimale Ausgangssituation zu schaffen.
Und so kommt es halt wie es kommen muss, die meisten Projekte besitzen kein professionelles Risikomanagement.
MOMENT: Dabei spielt es gar keine Rolle ob dies dem Kunden oder der Salesabteilung nicht verständlich ist, richtige und offene Kommunikation an der passenden Stelle muss sein, auch wenn dies nicht auf offene Ohren stossen mag. Wenn es darum geht, dass die Risiken kommuniziert sind (und das ist unser Job) und Jemand anderes dann die Verantwortung (ausserhalb des Projektteams) für diese Risiken übernehmen soll, wird schnell klar wer in dieser Situation das notwendige Rückgrad besitzt oder Risiken vom Tisch fegt.
Aber was nun, wenn wir uns als guter Projektleiter nicht beirren lassen und anfangen die Risiken zu identifizieren? Im ersten Schritt ist es wichtig eine Auflistung aller möglichen Risiken zu machen. Dies können wir natürlich nicht alleine, und daher befragen wir am besten unterschiedliche Stakeholder aus verschiedenen Kompetenzbereichen. Die Frage aller Fragen ist recht einfach gestellt:
OK! Unser Projekt ist fehlgeschlagen. Warum!
Die Antworten darauf werden nach folgenden Faktoren aufgelistet und gewichtet:
- Eintrittswahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko auftritt
- Auswirkung (Schadenshöhe): Was kostet (z.b. monetär) es das Projekt (oder das Unternehmen), wenn das Risiko tatsächlich eintritt
- Erwartete Behebungszeit
Die Ergebnisse lassen sich nun wenn man möchte in einem Koordinatensystem abbilden (Quelle
Wikipedia):
Um die Risiken im roten Bereich kümmern wir uns als Erstes und treffen Vorkehrungen um diese zu mindern bzw. zu entfernen.
Die Risiken im gelben Bereich benötigen ebenfalls unsere Aufmerksamkeit, kommen aber halt nach den roten.
Wichtig ist noch, dass es NICHT ausreicht, sich nur einmal mit Projektrisiken auseinander zu setzen. Risiken können auch erst Mitten in einem laufenden Projekt auftreten und müssen auch dann dementsprechend identifiziert, bewertet und berücksichtig werden.
Wir Projektleiter müssen Risikomanagement nicht bis zum Exzess betreiben (je nach Projektgrösse und -art), aber sich mit Risiken zumindest grob zu beschäftigen sollte Pflichpunkt in jedem Projekt sein, was meint Ihr?